Schule als Staat: Aus OHG wurde „Ottohahnien“
Arbeiten, Geld verdienen, sich vielleicht sogar selbstständig machen – eine Lebenssituation, die sich für die meisten Lernenden am Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen vor dem Projekt Schule als Staat noch ziemlich weit weg angefühlt hat. Hier ging es drei Tage lang nämlich genau darum: einen Einblick in das Leben nach dem Schulabschluss zu bekommen.
Schon seit mehreren Jahren war das Projekt in Planung und fand nach vielen Sitzungen des gewählten Parlaments sowie zwei Vorbereitungstagen vom 22. bis zum 24. Juli statt. Im Anschluss an die symbolische Schüsselübergabe von Frau Bermanseder an den Präsidenten Richards Ole ging es jedoch nicht nur um das Berufsleben an sich, sondern auch um die allgemeine Koordination eines Staates – in diesem Fall mit dem Namen „Ottohahnien“ – und die Faktoren, die bei dessen Entwicklung eine Rolle spielen.
Vor Beginn jedes Arbeitstages hieß es erstmal, durch den Zoll zu kommen. In den Betrieben, ob staatlich, kulturell oder im Dienstleistungssektor arbeiteten dann Schüler aller Klassenstufen zusammen. Wie auch im echten Leben entstanden relativ schnell Herausforderungen wie Warenmangel, was besonders die Essensversorgung am ersten Tag einschränkte. Am Donnerstag war es auch Gästen, also Freunden oder Familie, gestattet, den Staat zu besuchen, was ein besonderes Highlight war. Zahlreiche Hochzeiten im ständig ausgebuchten Standesamt, darunter auch die des Präsidenten mit einer Mitschülerin, gab es außerdem zu feiern. In der täglichen Zeitungsausgabe sowie der Liveshow des „Hahnenfunk“ bekamen alle Bürger tagesaktuelle Nachrichten mit. Als das Geld (die „Ottos“) für Ottohahnien knapp wurde, musste Staatlichen Arbeitskräften der Lohn gekürzt oder gekündigt werden, und zwischen alldem mussten sich Polizei und Gericht um Diebstähle oder diverse Anzeigen kümmern.
Positive und negative Ereignisse wechselten sich also ab, was die Möglichkeit bot, sich ein ziemlich realistisches Bild eines Staates an sich zu machen. Das schlussendliche Fazit: Um zu funktionieren benötigt die Zusammenarbeit aller einzelnen Akteure sowie den souveränen Umgang mit auftretenden Schwierigkeiten, was man durch das Projekt auch auf die Realität übertragen konnte.
Oona Jackson (J1)
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