... Achtklässler erforschen den Vernagtferner

Böblingen/Vent. Klassenzimmer gegen Hochgebirge, Schulbuch gegen eigene Beobachtungen: Vom 14. bis 17. Juli 2026 begaben sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 des Otto-Hahn-Gymnasiums Böblingen auf eine geographische Exkursion ins Ötztal. Ziel war die Vernagthütte oberhalb von Vent, die nach einem rund fünfstündigen Aufstieg erreicht wurde und den Ausgangspunkt für drei erlebnisreiche Tage in einer einzigartigen Hochgebirgslandschaft bildete.

Am zweiten Exkursionstag führte eine Wanderung die Schülerinnen und Schüler ins Gletschervorfeld. Das Wetter zeigte sich zwar wechselhaft, doch gerade die eindrucksvolle Landschaft machte deutlich, wie stark sich die Alpen in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Vom einst mächtigen Vernagtferner ist heute nur noch ein Bruchteil erhalten, ein sichtbares Zeugnis des fortschreitenden Klimawandels. Vor Ort konnten die Jugendlichen zahlreiche geographische Erscheinungsformen entdecken und einordnen: Seitenmoränen, auftauender Permafrost, Gletschertische und der aus dem Eis gespeiste Gletscherbach machten die Dynamik einer sich wandelnden Gebirgslandschaft unmittelbar erfahrbar. Nach einer Regenpause führte eine weitere Wanderung am Nachmittag zu einem eindrucksvollen Gletscherschliff. Auf dem Weg dorthin erhielten die Schülerinnen und Schüler zudem einen kurzen Einblick in die Arbeit einer Pegelmessstation, welche von großer Bedeutung für die Gletscher- und Klimaforschung ist.

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen des wissenschaftlichen Arbeitens. In kleinen Forschergruppen untersuchten die Jugendlichen die alpine Vegetation und führten ökologische Geländeuntersuchungen durch. Außerdem vermassen sie mit Theodoliten das Tal und lernten dabei geographische Arbeitsmethoden aus der Vergangenheit kennen. Den Abschluss bildeten Präsentationen, in denen die Gruppen ihre Ergebnisse vorstellten und gemeinsam auswerteten.

Am vierten Tag hieß es Abschied nehmen: Nach dem Abstieg nach Vent trat die Gruppe die Heimreise nach Böblingen an. Neben zahlreichen fachlichen Erkenntnissen nahmen die Schülerinnen und Schüler vor allem bleibende Eindrücke aus einer faszinierenden Hochgebirgswelt mit. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie anschaulich Unterricht außerhalb des Klassenzimmers sein kann – und wie wichtig es ist, die Folgen des Klimawandels dort zu erleben, wo sie besonders sichtbar werden. Die herzliche Gastfreundschaft auf der Vernagthütte und die außergewöhnliche Atmosphäre im Hochgebirge machten die Exkursion zu einem Erlebnis, das den Schülerinnen und Schüler noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

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