Willkommen bei der Fachschaft Religion
Warum religiöse Erziehung? 
Warum sollen wir unsere Kinder überhaupt religiös erziehen (lassen)? Wäre es nicht besser, damit zu warten, bis sie alt genug sind und dann selbst entscheiden können, was und woran sie glauben wollen? Diese Fragen hört man häufig von Eltern, wenn es um das Thema religiöse Erziehung geht.
Diesbezüglich bleibt festzuhalten: Der religiösen Dimension in der Erziehung kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Der Religionsunterricht möchte dabei helfen, indem er existenzielle Fragen unserer Kinder und Jugendlichen nach dem Woher und Wohin unseres Lebens aufgreift, sie wach hält und tragfähige Antwortperspektiven aus dem christlichen Glauben heraus vermittelt. Neben der Erkenntnis, dass unser Leben Grenzen hat und nicht alles technisch-wissenschaftlich mach- und beeinflussbar ist, vermittelt religiöse Erziehung eine Beziehung zu Gott, der Herkunft meiner Herkunft und Zukunft meiner Zukunft auch über den Tod hinaus ist.
So will der Religionsunterricht unseren Kindern und Jugendlichen:
- Sinnperspektiven vermitteln
- Werte und Überzeugungen für ihr Handeln und damit eine verlässliche Orientierung an die Hand geben
- einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung nahebringen
Wer meint, Kinder bräuchten keine religiöse Erziehung oder sollten später selbst darüber entscheiden, was sie glauben wollen, dem könnte man ebenso vorschlagen, mit Kindern deswegen nicht in der Heimatsprache zu sprechen, damit sie später selbst entscheiden können, welche Sprache sie sprechen möchten. Wer jedoch eine Sprache erlernt hat, der kann auch andere Sprachen lernen. Übertragen auf die religiöse Sprache bedeutet das: Wer keine religiöse Sprache mit all ihrer Symbolkraft, ihren Riten, Traditionen, Umgangsformen erlernt hat, der wird nur schwer andere religiöse „Sprachen“ lernen können. Der Religionsunterricht am OHG möchte in dieser Hinsicht beiden Aspekten gerecht werden: Er möchte Wurzeln und Flügel geben, d.h. eine Verwurzelung in der christlichen Tradition fördern - dabei aber auch den notwendigen Dialog und die Offenheit gegenüber anderen Religionen vermitteln und mit diesen vertraut machen.
Pädagogischer Ansatz:
Fakten über Bau und Funktion des Verdauungssystems machen noch lange nicht satt. Daher geht es im Religionsunterricht - wie wir ihn verstehen - um mehr als religiöses Faktenwissen oder das bloße Reden über religiöse Inhalte. Anhand vielfältiger erfahrungsorientierter Methoden, die den ganzen Menschen mit Kopf, Herz und Hand ansprechen, möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern eine religiöse Tiefendimension erfahrbar machen, die über das reine Sachwissen hinausgeht. Dazu gehören u.a. Rollenspiele, Meditation, Bildbetrachtungen, Imaginationsübungen, praktisches Arbeiten und vieles mehr, damit der Religionsunterricht unsere Kinder und Jugendlichen anspricht und sie etwas lernen.
Ökumenische Aspekte im Religionsunterricht
Die katholische und evangelische Fachschaft am OHG arbeiten intensiv zusammen. So werden - im Rahmen der eng aufeinander abgestimmten Lehrpläne - gemeinsame Exkursionen, Projekte und Gottesdienste durchgeführt.
Zu Weihnachten und zum Schuljahresende werden gemeinsam Schulgottesdienste gefeiert. „Mensch – DU bist“, „Schweige und höre“, „Himmelwärts“ und „Mit allen Sinnen in die Ferien“ – so waren die Titel der vergangenen Gottesdienste. Immer wieder neu feierte und feiert die Schulgemeinschaft zu unterschiedlichen Themen Gottesdienste. Vor den Weihnachtsferien und zum Start in die Sommerferien wird gemeinsam nachgedacht, Theater gespielt, kreativ gestaltet, gesungen und gebetet. Es ist dann eben ein ganz anderer Rahmen, in dem das Schulleben stattfindet und es sind auch besondere Momente, die miteinander geteilt werden können. Umso schöner, wenn viele Schüler*innen aus den unterschiedlichen Klassenstufen ihre Talente einbringen und wir uns gegenseitig auf eine andere Art und Weise erleben können! Die Gottesdienste sind als Wegpunkte im Schuljahresverlauf nicht mehr wegzudenken und bilden durch die gemeinsame Gestaltung ein lebendiges und wichtiges Zeichen unserer Gemeinschaft im schulischen Lebensraum.
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Exkusionen der Fachschaft Religion, die in der Regel stattfinden:
- Synagogenbesuch (Klasse 6)
- Moschee-Kirchen-Exkursion (Klasse 7)
- Buddhistisches Zentrum (Klasse 10)
Moschee-Kirchen-Exkursion
"Es war eine besondere Atmosphäre und man konnte spüren und sehen, wie viele Liebe sie ihrer Religion schenken. Einen Besuch zu einer Moschee zu machen, ist eine schöne Gelegenheit, diese Religion besser kennenzulernen. Letzte Wochen waren wie in einer katholischen Kirche und dort merkte man auch, die Offenheit beider Religionen, um die jeweils anderen Religion besser kennenzulernen." So beschrieb Mary-Lynn die besondere Exkursion der Religionsgruppen der Jahrgangsstufe 7 Ende Juli 2024.
Schon im Vorhinein haben sich sowohl die katholischen und evangelischen als auch die islamische Religionsgruppe gut drauf vorbereitet. Aufgabe war es, der jeweiligen anderen Religion die eigene Religion vorzustellen. Am 8.7. ging es dann los zur katholischen Kirche in Böblingen. Nach ein paar Informationen gab es spannende Stationen zu verschiedenen besonderen Orten der katholischen Kirche wie beispielsweise dem Beichtstuhl oder der Sakristei. Ganz am Ende des Kirchenbesuch kam dann auch noch der katholische Priester, Herr Kempter, vorbei, dem noch ganz viele Fragen gestellt werden konnte. Eine Woche später ging es dann zur Moschee in Sindelfingen. Schon vor der Moschee berichteten die Schülerinnen und Schüler des islamischen Religionsunterrichtes über das Gebäude. Die Schülerinnen und Schüler erklärten dann ausführlich und lebendig die Besonderheiten einer Moschee und beantworteten die vielen Fragen ihrer Mitschüler.
Hier nun einige weitere Stimmen unserer Schüler und Schülerinnen zum Kirchen/Moscheebesuch:
Bei unserem Moschee-Besuch hat mit gefallen, dass uns die andere Religions-Gruppe die Moschee gezeigt, dadurch haben wir viel über die Moschee gelernt. Es war schön, die Moschee auch von innen zu betrachten, obwohl man zu einer anderen Religion gehört. (Vadim Latikant)
Ich fand es cool, das alles selber erleben zu dürfen, anstatt es mühsam mit Bildern im Unterricht lernen zu müssen. Auch die Zeit für Fragen oder die Stationen fand ich toll, da man alles fragen konnte. Man konnte wirklich viel lernen und ich persönlich habe viel aus den Exkursionen mitgenommen.
Ich fand es einen guten Ausflug, weil es einfach eine ganz andere Erfahrung ist, alles „in Echt“ zu sehen. Es sah auch alles etwas anders aus als auf den Arbeitsblättern. Außerdem war es gut, dass uns erst alles erklärt wurde und wir danach noch Zeit hatten, selbst rumzulaufen. Ich würde es auf jedem Fall, den anderen Religionsklassen empfehlen. (Marie)
Ich denke, der Besuch heute in der Moschee hilft mir vielleicht mich länger zu erinnern, welche Besonderheiten es in der Moschee gibt. Also ich würde beide Exkursionen den zukünftigen Religionsklassen empfehlen. Die Moschee fand ich besonders interessant, weil sie ganz anders wie eine evangelische oder katholische Kirche oder auch Synagoge ist. (Emma)
Ich fand die Moschee etwas schöner als die Kirche. Aber beide sind sehr schön. (David)
Die Kirche wirkt gottesfürchtiger, ich fühle mich in der Kirche wohler. Die Moschee fühlt sich wegen dem Teppich wie zu Hause an, nicht wie in einem Gotteshaus. (Tim Gendritziki)
Ich finde es war sehr schön und gemeinschaftlich. Die Gebäude haben mir nochmals gezeigt, wie schön Religion sein kann. Alle hatten Spaß und alle waren gut mit jedem. Ich wünsche mir so etwas mehr. Ich habe gelernt, dass Religion nicht nur Glauben, sondern auch Gemeinschaft ist. (Sam)
Es war eine besondere Atmosphäre und man konnte spüren und sehen, wie viele Liebe sie ihrer Religion schenken. Einen Besuch zu einer Moschee zu machen, ist eine schöne Gelegenheit, diese Religion besser kennenzulernen. Letzte Wochen waren wie in einer katholischen Kirche und dort merkte man auch, die Offenheit beider Religionen, um die jeweils anderen Religion besser kennenzulernen. Ich bin dankbar für diese Möglichkeit. (Mary-Lynn)
Der Ausflug in die Moschee hat mir gefallen, besonders die Inneneinrichtung. Sie ist sehr schön verziert. Ich habe auch ein paar neue Sachen über die Moschee gelernt. Der Ausflug in die katholische Kirche hat mir auch gefallen, da ich neue Sachen über die Konfessionen gelernt habe.
Mir haben die beiden Besuche sehr gefallen. Man konnte viel lernen und entdecken. Ich würde auf jeden Fall weiterempfehlen.
Ich finde toll, dass ich die Möglichkeit bekam, meine Religion und dessen Gebetshaus meinen Mitschülern näherbringen konnte. Außerdem fand ich sehr spannend, wie der Priester uns vieles beantworten konnte. (Amir)
Die Exkursion war sehr interessant und es war sehr schön, dass ich die Möglichkeit hatte, anderen etwas beizubringen. Es hat auch sehr viel Spaß gemacht in der Kirche und ich habe viel neues gelernt (Yassin)
Ich fand diesen islamischen und christlichen Austausch sehr schön und interessant. Wir haben viel über die Kirche gelernt und hoffe, dass auch meine christlichen Mitschüler über unsere Moschee viel gelernt haben. Danke! (Bartu)
Der Austausch zwischen den Religionsklassen fand ich sehr interessant. Wir konnten unser eigenes Gebetshaus für andere vorstellen und das war sehr cool und spannend. Danke! (Rina).
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Angesichts des Krieges in der Ukraine hat sich die Religionsfachschaft eine Friedenstauben-Aktion überlegt:
Der Krieg in der Ukraine macht viele sprachlos. Wir am OHG können nicht viel dagegen tun, aber: wir können mit friedlichen Mitteln daran erinnern, dass Frieden um ein Vielfaches besser ist als Krieg. Politische Meinungen dürfen unterschiedlich sein, aber keiner sollte verkennen, dass Frieden immer lebenswerter ist als Kämpfe, Zerstörung und Tod. Es sterben zu viele unschuldige Menschen, wenn es Kriege gibt. Auch in anderen Ländern bekriegen sich Menschen… Jedes einzelne Täubchen an den OHG Fenstern erinnert daran, dass Frieden bunt, schön und lebenswert ist, so wie jede einzelne Taube schön bunt und sehenswert geworden ist. Die Religions- und Ethikfachschaft hat sich dieses kleine Zeichen für den Frieden ausgedacht und im Schulhaus verteilt. In jeder Klasse wurden mit großem Eifer, fast meditativ, Tauben gestaltet, ausgeschnitten, verziert, an den Fenstern verteilt. Nebenher wurde Musik gehört, geredet oder einfach nur geschwiegen. Es war den Schülerinnen und Schülern anzumerken, dass die Ereignisse nicht spurlos an ihnen vorübergehen. Einzelne haben gar ihr Lachen verloren. Zaubern wir es mit kleinen, bunten Tauben zurück in ihre Gesichter…
Stefanie Edelmann
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