Seit dem Schuljahr 2018/2019 gibt es am Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen eine Akademie für die besten Schülerinnen und Schüler eines jeden Jahrgangs. Ziel dieser Akademie ist es, den besonders begabten Jugendlichen ein exklusives und spannendes Zusatzangebot zu machen.
„Wir wollen sie über den Unterricht hinaus fordern und ihnen auf diesem Weg auch Wertschätzung für ihre besonderen Leistungen entgegenbringen,“ sagt die Schulleiterin, Stefanie Bermanseder, und teilt weiter mit: „Drei- bis viermal im Schuljahr wollen wir mit unseren 20 Akademiekindern über den eigentlichen Schulalltag hinausschauen. Wir wollen Unternehmen, Universitäten, Museen besuchen oder interessante Gesprächspartner an die Schule einladen.“ Die Schülerinnen und Schüler sind in die inhaltlichen Planungen einbezogen. In regelmäßigen Abständen finden Akademiesitzungen statt, in dem die nächsten Programmpunkte gemeinsam vereinbart werden. „Wir wollen ja ein passgenaues Angebot für unsere Schülerinnen und Schüler machen, deshalb ist uns ihre Meinung besonders wichtig“ meint Joachim Lerchenmüller, Deutsch- und Geschichtslehrer am OHG, der diese Idee tatkräftig unterstützt. „Wir wollen etwas Besonderes anbieten, etwas, das man als Schüler im normalen Schulbetrieb nicht erlebt“, so Lerchenmüller.
Universität Stuttgart: Insitut für Luft- und Raumfahrtechnik

Wir besuchten zusammen mit Herrn Müsegades das Institut Luft- und Raumfahrttechnik der Universität Stuttgart. Zunächst bekamen wir eine kurze allgemeine Einführung über die Universität und deren Fakultäten. Im Anschluss haben uns drei Doktoranten Einblicke in verschiedene Themen gegeben. Das erste Thema behandelte Systeme im Weltraum ohne Verschleiß, also keine mechanischen. Dazu durften wir auch mit Ferrofluid experimentieren. Danach ging es um Rover. Das sind „Satelliten auf Rädern“, die mittels Laserstrahlen kartieren und Proben von Gesteinen auf anderen Planeten nehmen können. Zudem wurde uns erklärt, wie Rover auf Planeten gebracht werden (Start, Transfer und Landung). Wir durften sogar einen kleinen Rover steuern, der auch auf Mission geschickt werden wird. Zuletzt wurden uns im All schwebende Satelliten gezeigt und wir haben etwas über ihre Komponenten wie Power, Solarpanele, ACS, Steuerungscomputer, Sender usw. gelernt. Zusätzlich konnten wir noch den Kontrollraum für die Satelliten besichtigen und bei einem Überflug dabei sein. Dieser Ausflug war etwas ganz anderes und wir freuen uns, bei der OHG-Akademie solche Exkursionen erleben zu dürfen, wobei wir immer sehr viel Neues und Interessantes lernen.
Finn und Nils Höckle und Lukas Schanz
Linden-Museums in Stuttgart
Am Freitag, dem 07. Juli 2023, haben wir mit einigen Schülern der OHG-Akademie und Herrn Müsegades das Lindenmuseum in Stuttgart besucht. Das ist ein staatliches, ethnologisches (völkerkundliches) Museum, das 1911 vom Grafen von Linden gegründet wurde. Wir trafen uns um 9:15 Uhr im Foyer vom OHG und fuhren dann gemeinsam mit Bus und Bahn zum Museum. Unsere Gruppe bekam eine Führung von Florian Stifel in der Afrika-Abteilung zum Thema „Raubkunst und koloniales Erbe“. Dort sind über 60.000 Objekte aus der damaligen Zeit zu sehen. Britische Soldaten hatten 1897 die meisten Ausstellungsstücke aus dem Königreich Benin vom dortigen König gestohlen. Über Umwege kamen die Objekte in den Besitz des Lindenmuseums, unter anderem angekauft von der Familie Knorr. Einige Objekte wurden zum Teil auch wieder an die ursprünglichen Länder, vor allem Nigeria, zurückgegeben. Danach hatten wir noch etwas Zeit, uns das Museum auf eigene Faust anzuschauen. Wir durften z.B. Masken aus Holz aufsetzen, sahen den nachgebauten Eingang eines Königspalastes, Halsketten, hergestellt aus der Schale eines Straußeneis, und noch vieles mehr. Außerdem besuchten wir noch die Ausstellungen über den Islam, Asien und Ozeanien. Die Zeit war viel zu schnell vorbei und wir alle waren uns einig, dass es ein sehr informativer und interessanter Vormittag war.
Finn und Nils Höckle
Geschichtsvorlesung in Tübingen

Wer hat schon während der Schulzeit die Möglichkeit, eine Geschichtsvorlesung an einer richtigen Universität zu besuchen? Diese einmalige Chance ergriffen nun am 07.02.2023 einige SchülerInnen der OHG-Akademie. Gegen 11 Uhr begab sich die Schülergruppe in Begleitung von Herrn Müsegades und Frau Bermanseder nach Tübingen. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt, trafen sie sich um 12.30 Uhr im Café Unckel mit Daniel, einem Studenten aus Tübingen, der ihren Besuch zuvor organisiert hatte. Im beliebten Studentencafé genossen die SchülerInnen ein gemeinsames Mittagsessen, wobei Daniel über das Studentenleben in Tübingen berichtete. Die Schüler*innen hatten großes Interesse und nutzten die Gelegenheit, dem offenen Studenten viele Fragen zu stellen. Wie im echten Studentenleben war es anschließend wichtig, pünktlich zur Vorlesung zu erscheinen. Somit machte sich die Gruppe auf den Weg zur Geschichtsfakultät, in der sie vom Prof. Dr. Franz Brendle persönlich begrüßt wurden. Das Thema, dem sich die Vorlesung widmete, war der Paussauer Vertrag und Augsburger Religionsfriede. Die SchülerInnen schenkten dem Professor, von dessen Sachkenntnis sie zu tiefst beeindruckt waren, viel Aufmerksamkeit. Diese Fachkenntnis zeigte sich außerdem im Literaturverzeichnis, dass drei seiner selbstverfassten Bücher beinhaltete. Für die Studenten war diese Vorlesung ebenfalls von Bedeutung, da sie das Ende des Semesters markierte. Nach einer lehrreichen Exkursion bedankte und verabschiedete sich die OHG-Akademie bei Daniel und trat am späten Nachmittag den Rückweg an.
Museum der Illusionen
Nicht alles, das wahrgenommen wird, ist auch Realität. Dies zeigt das Museum der Illusionen in Stuttgart eindrücklich auf. Hinter jeder Ecke warten neue Überraschungen und optische Täuschungen, die die Sinneswahrnehmungen in die Irre führen. Man meint seinen Augen nicht trauen zu können, wenn ein Punkt, der in Wahrheit grün ist, plötzlich rot erscheint. Man meint den Gleichgewichtssinn zu verlieren, wenn man einen Durchgang passiert, bei dem sich zwar nicht der Boden, aber die Wände drehen oder man meint, kein Augenmaß zu haben, wenn man in einem Raum je nach Standpunkt größer oder kleiner wirkt. Genau diese Erfahrungen durften Schüler des OHG beim Akademie Ausflug am Freitag den 24.06 machen. Der Ausflug startete um 9.00 Uhr vor der Mensa des OHG, bevor es dann gemeinsam nach Stuttgart ging. Eine Stunde war anschließend Zeit, die verschiedenen Täuschungen des Museums zu erkunden. Anschließend wurde noch ein kurzer Abstecher in die Stadtbibliothek und in ein Eiscafe unternommen, bevor es dann zurück zum OHG ging. Insgesamt war es wieder einmal ein sehr gelungener Ausflug, der die Grenzen und Beeinflussbarkeit der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit auf bemerkenswerte Art und Weise vor Augen führte. Deswegen ist es immer wichtig, erste Eindrücke kritisch zu hinterfragen. Manches erschließt sich erst bei genauem Hinsehen.
Samuel Dollmann
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