Als wir, die Schüler der gesamten J1 am 18. 05. um gerade mal kurz vor fünf Uhr an der Wendeplatte standen und auf den Bus warteten, war der größte Wunsch der meisten, erstmal wieder zu schlafen. Etwa neun Stunden und eine lange, aber lustige Fahrt später fanden wir uns mit unseren vollgepackten Koffern am Berliner Ostbahnhof wieder, in dessen Nähe sich auch unser Hotel für die Woche befand. Spätestens bei der anschließenden Stadtrallye, die uns die Möglichkeit gab, die Millionenstadt auf eigene Faust zu erkunden, waren wir uns einig, dass das frühe Aufstehen es wert gewesen war. Es machte Spaß, mit der Freundesgruppe durch die Straßen zu ziehen und Fotos mit dem Fernsehturm, Skulpturen wie dem Bärenbrunnen oder historischen Bauwerken zu schießen. 

Eine besonders eindrückliche und in Erinnerung bleibende Wirkung auf uns hatte auch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit seinen meterhohen Metallstelen, welches wir am Dienstag besuchten, bevor wir uns auf den Weg zum Bundestag machten. Ein großes Highlight dort war das Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert , die selbst den Kreis Böblingen vertritt und uns einen Einblick in ihre Arbeit gab.

Ein wenig Berlinerisch lernten wir am Mittwoch von unserer Stadtführerin, die uns bei einer Rundfahrt im Bus begleitete. So waren wir fortan nicht mehr Jugendliche oder junge Erwachsene, sondern “Schnuckis”, was sich für uns anfangs recht lustig anhörte. 

In Ost und West – so war Berlin bis zum Mauerfall 1989 eingeteilt. Vieles über diese Zeit hatten wir bereits im Geschichtsunterricht gelernt, weshalb es das Thema für uns noch greifbarer machte, die historischen Schauplätze wie die Mauer, ein Stasi-Gefängnis und einen kurzen Abschnitt des Grenzstreifens im Laufe der Woche mit unseren eigenen Augen zu sehen.

Bis Freitagmorgen, an dem wir uns wieder auf die Heimfahrt begaben, hatten wir die vielen verschiedenen Eindrücke, Informationen und Führungen, die wir individuell wählbar gemacht hatten, nur so auf uns herunterrieseln lassen, weshalb wir mit neuen Erfahrungen und tieferer Einsicht für die historische sowie gegenwärtige Bedeutung Berlins zurück nach Hause kamen. 

Oona Jackson (J1)

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