Seit dem Schuljahr 2018/2019  gibt es am Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen eine Akademie für die besten Schülerinnen und Schüler eines jeden Jahrgangs. Ziel dieser Akademie ist es, den besonders begabten Jugendlichen ein exklusives und spannendes Zusatzangebot zu machen. OHG Akademie Logo

„Wir wollen sie über den Unterricht hinaus fordern und ihnen auf diesem Weg auch Wertschätzung für ihre besonderen Leistungen entgegenbringen,“ sagt die Schulleiterin, Stefanie Bermanseder, und teilt weiter mit: „Drei- bis viermal im Schuljahr wollen wir mit unseren 20 Akademiekindern über den eigentlichen Schulalltag hinausschauen. Wir wollen Unternehmen, Universitäten, Museen besuchen oder interessante Gesprächspartner an die Schule einladen.“

Die Schülerinnen und Schüler sind in die inhaltlichen Planungen einbezogen. In regelmäßigen Abständen finden Akademiesitzungen statt, in dem die nächsten Programmpunkte gemeinsam vereinbart werden. „Wir wollen ja ein passgenaues Angebot für unsere Schülerinnen und Schüler machen, deshalb ist uns ihre Meinung besonders wichtig“ meint Joachim Lerchenmüller, Deutsch- und Geschichtslehrer am OHG, der diese Idee tatkräftig unterstützt. „Wir wollen etwas Besonderes anbieten, etwas, das man als Schüler im normalen Schulbetrieb nicht erlebt“, so Lerchenmüller.

 

Exkursion „ Architektur heute und morgen“

Wer denkt schon, dass man mit dem Bau eines Iglus einen wichtigen Schein für sein Studium erwerben kann? Dieses und noch viel mehr haben wir Schülerinnen und Schüler der OHG-Akademie beim Besuch des Instituts für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart am 29.1.2020 erfahren. 

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Etwa 20 Schülerinnen und Schüler der OHG-Akademie lernten dort viel über Architektur und das Architekturstudium. Der Institutleiter für Baustoffe und Bauphysik Prof. Dipl.-Ing. Peter Schürmann führte uns persönlich durch das Institut und ermöglichte und so einen umfassenden Einblick. Bersonders eindrücklich war hier, dass im Architekturstudium nicht nur mit dem Computer gearbeitet, sondern auch viel Wert auf handwerkliche Arbeit gelegt wird. 

Während der Führung sahen wir viele verschiedene Stadt- und Gebäudemodelle, die Archtekturstudierende und Professorinnen und Professoren aus Holz gebaut hatten. So betrachteten wir z.B. ein interessantes Modell eines Hochhauses mit Turbinen, die die Aufwinder zur Energieumwandlung nutzen sollen.

Danach durften wir bei einer Präsentation von drei Studierenden zuhören. Sie hatten den Baustoff Lehm aus verschiedenen Ländern besorgt und untersucht. So haben sie den Lehm z.B. in Wasser eingeweicht, um die Bestandteile des Lehems zu untersuchen. Außerdem haben sie die Tragkraft des getrockneten Lehms getestet.Ihre Versuche haben sie vorgeführt oder anhand von Fotos erklärt. 

Außerdem durften wir uns eine Werkstatt ansehen. Dort arbeiteten gerade Studierende an Modellen. Uns hat besonders die riesige Säge in der Werkstatt beeindruckt.

In einer kleinen Präsentation berichtete Professor Schürmann uns noch über einige Projekte von und für Studierende. Ein solches Projekt ist der Bau von Iglus. Dabei wird den Studierenden spielerisch die Bauphysik nähergebracht. Wir erfuhren, dass Iglus durch ihre halbkugelförmige Bauweise und die damit verbundene geringe Oberfläche eine äußerst effiziente Wärmbilanz aufweisen, da so wenig Wärme nach außen abgegeben wird. Auch der enge Eingang ins Iglus ist optimiert, da es hier eine zusätzliche kleine Kammer für die Hunder des Eskimos gibt, wodurch die Luft dort schon vorgewärmt wird. 

Mit vielen neuen Eindrücken fuhren wir zurück nach Böblingen. Vielleicht wird jemand von uns ja tatsächlich später einmal Architektur studieren.

Caroline Niewa (Klasse 9)

 

OHG-Akademie besucht die Universität Tübingen

Schon mit den ersten beiden Exkursionen nach Tübingen konnte dieser Anspruch eingelöst werden. Die jüngeren Akademiemitglieder bis Klasse 9 durften am 18. Januar hinter die Kulissen des Archäologischen Instituts der Universität Tübingen schauen. Nachdem sie vom Kustos der Antikensammlung, Dr. Alexander Heinemann, im Hörsaal auf dem Schloss Hohentübingen begrüßt wurden, ging es ins sogenannte Magazin der Tübinger Archäologen. „Hier kommen normalerweise keine Besucher rein“, so Heinemann, nur Mitarbeiter und Studenten haben hier Zutritt.“

Besuch beim archäologischen Institut im Tübinger Schloss

Und an diesem Tag auch OHG Schüler, die sogar antike Gefäße und Grabbeigaben in die Hände nehmen durften, um den wissenschaftlichen Blick des Archäologen auf diese Fundstücke besser nachvollziehen zu können. Woraus sind die Exponate gemacht? Wie sind sie verziert? Welche Informationen geben sie uns über die Menschen, die sie benutzten? Auf einmal waren lauter junge Geschichtsdetektive im Raum, die sich von der Begeisterung Alexander Heinemanns anstecken ließen.

Und ganz nebenbei konnten sie noch einem der renommiertesten Archäologen Deutschlands bei der Arbeit über die Schulter schauen, denn an diesem Morgen arbeitete auch Prof. Dr. Thomas Schäfer im Magazin und gab den Jugendlichen gerne Auskunft über seine aktuelle Arbeit und die Entdeckung, die er und sein Team nur Stunden zuvor gemacht hatten!

Die älteren Akademiemitglieder besuchten am 25. Januar ebenfalls die Universitätsstadt, jedoch waren ihr Ziel die Naturwissenschaften auf der Morgenstelle, genauer das „Interfakultäre Institut für Biochemie“, kurz IFIB. Hier werden alle Dimensionen der modernen biochemischen Forschung von Atomen über Moleküle und Zellen bis hin zu Organismen abgedeckt. Prof. Dr. Thorsten Stafforst nahm sich persönlich Zeit für die Schülerinnen und Schüler, erklärte sein Forschungsfeld und führte die Oberstufenschüler in die Tiefen seiner biochemischen Forschung ein. „Neben fachlicher Expertise muss man als Wissenschaftler auch Neugier, Durchhaltevermögen und Geduld mitbringen,“ so Stafforst, „außerdem muss man auch Niederlagen einstecken können, denn Forschen ist ergebnisoffen.“

Spannend war auch, im Anschluss an das Gespräch mit dem Professor die Labore zu besichtigen und dort einen Blick durch das Hochleistungsmikroskop zu werfen. Dass es den „Großen“ Akademie-Schülern auch schon sehr konkret um die Zeit nach der Schule geht, war ihren Gesprächen mit den Doktoranden und Mitarbeitern anzumerken. „Das war ein total informativer Vormittag. Diese Exkursion hat uns auch bei der Studien- und Berufswahl sehr geholfen“, so die einhellige Meinung aller Exkursionsteilnehmer bei der abschließenden Kaffeerunde, „es ist toll, dass uns das OHG so eine einmalige Chance bietet.“

 

 

 

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