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Eisemann 16 9 

In der Corona-Krise stellen sich uns allen Fragen, wie es im Bereich Schulen weitergeht. Die Antworten darauf sind unklar oder man bekommt sie von der Politik nicht. Aus diesem Grund hat die Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg Frau Dr. Susanne Eisenmann, die auch Spitzenkandidatin der CDU für die Landtagswahl ist, interessierten Schüler*innen am Freitag, den 5.Februar, von 18:00 Uhr an knapp zwei Stunden die Möglichkeit geboten, in einem digitalen Schülergespräch mit ihr ins Gespräch zu kommen und ihr Fragen zu stellen.

Im Vorhinein haben wir als SMV Fragen gesammelt, die die Schülerschaft umtreiben und versucht, diese in das Gespräch miteinzubringen und Antworten von der Kultusministerin zu erhalten. 

In der Runde aus etwa 150 Teilnehmer*innen aus ganz Baden-Württemberg, aller Schularten, nahm sich die Kultusministerin viel Zeit, um die einzelnen Fragen zu beantworten und auf Anregungen der Schüler*innen einzugehen. Geprägt war die Gesprächsrunde von der Frage nach Schulöffnungen und dem damit eintretenden Szenario von Wechselunterricht oder anderen Unterrichtskonzepten. Aber auch das Thema Digitalisierung und Lernplattformen spielte eine zentrale Rolle. Dabei sprach sich die Kultusministerin für eine einheitliches System mit gewissen Vorgaben aus, welches den Schulen dennoch Spielräume bietet. Dabei soll diese Plattform nicht nur über Moodle laufen, sondern auch für den Einsatz von Microsoft Teams sollen zeitnah Lösungen gefunden werden und auch andere Kommunikationsplattformen wie Threema sollen eingebunden werden.

In Bezug auf die Schulöffnungen machte sie deutlich, dass sie sich für den Präsenzunterricht einsetze, wobei hierbei Kitas und Grundschulen zuerst berücksichtigt werden und diese werden dann wahrscheinlich, wenn die Bund-Länder Konferenz keine stark abweichenden Beschlüsse fällt, nach den Faschingsferien wieder öffnen. „Ich mache das aus voller Überzeugung“, so Eisenmann zu den angestrebten Schulöffnungen. Für die weiterführenden Schulen und die Abschlussklassen sei dann Wechselunterricht angedacht, wobei hier aller Voraussicht nach nicht alle Fächer unterrichtet werden und so beispielsweise Sport, sofern nicht für fachpraktische Prüfungen relevant, nicht stattfindet. Dabei soll jedoch kein Hybrid-Unterricht (= ein Teil der Schüler ist in der Schule und der andere Teil ist digital zugeschaltet)  stattfinden, da dies in Bezug auf den Dateschutz kritisch sei und der Landesdatenschutzbeauftragte dies ablehne. In Bezug auf die Digitalisierung an Schulen stellte sie klar, dass Laptops ihrer Ansicht nach zur „Grundausstattung eines Schülers“ gehören und im Rahmen der Lehrmittelfreiheit für alle Schüler*innen die gleichen Bedingungen zu schaffen seien. Es sei bei der Digitalisierung jedoch noch „Luft nach oben“. Sie hob auch hervor, dass die Öffnungen der Schulen mit breiten Coronatests verbunden seien, um für Nichtinfizierte Spielräume zu schaffen. So sollen Lehrer*innen zwei Mal pro Woche kostenlose Tests angeboten bekommen. In dem Gespräch kündigte sie für die kommende Woche Konkretisierungen der Bestimmungen der Oberstufenregelungen in Bezug auf die aktuelle Unterrichtssituation an, da dies von der Runde einheitlich gefordert wurde. Die Kultusministerin zeigte sich in dem Gespräch aber auch offen gegenüber neuer Unterrichtsfächer, die gerade in diesen Zeiten relevant seien. So führte sie mehrmals das Beispiel Estland und dessen Fächervielfalt an und verwies auf die dort gut funktionierende Digitalisierung.  So sei eine Überlegung von ihrer Seite ein Fach einzuführen, in dem es darum geht, Fake-News zu erkennen, sie betitelte das ganze mit „Wahrheit oder Lüge“.

„Ich habe riesengroßen Respekt vor dem, was sie leisten“ und „Ich möchte mich bei Ihnen bedanken“, damit richtete sie zum Ende des Gespräches einen Dank in die Runde der Schüler*innen für die Kraftanstrengung der letzten Monate und das Durchhaltevermögen aller Schüler*innen.

Insgesamt war es ein sehr interessantes Gespräch, in dem es der Kultusministerin gelang, den Eindruck zu vermitteln, für die Schüler da zu sein und ihre Interessen zu hören und in ihre Arbeit mit aufzunehmen. Abschließend meinte sie noch „Wir bemühen uns“, denn „Bildung spielt auch in Pandemie-Zeiten eine wichtige Rolle“. Nach der etwa zweistündigen Videokonferenz war dann aber der Kultusministerien klar „Das Thema stundenlanger Videounterricht ist saumäßig anstrengend“.

Florian Stupp (J1)