Verrückt na und 16 9

„Wenn sich jemand ein Bein bricht, kann man den Gips signieren, mit einer Depression geht das nicht.“ (Zitat des Programmleiters und Sozialpädagogen Martin Eitel).

Genau dieses Thema, Depressionen, behandelte das Präventionsprogramm „Verrückt, na und?“. Dessen Ziel war es, uns Schüler mit dieser Krankheit etwas vertrauter zu machen, uns zu zeigen, wie man mit Depressionen bei sich selbst, wie auch bei Mitmenschen umgehen kann und uns Raum für Fragen zu geben.

Das Programm, geleitet von einem erfahrenen Sozialpädagogen der Gruppe „Verrückt, na und?“, begann mit der Frage, was wir Schüler unter „seelisch fit“ verstehen wüden und führte nach der eindeutigen Antwort „innere Ausgeglichenheit“ zu kleinen Balanceübungen.

Danach durften wir Schüler, mussten aber nicht, unsere eigene Meinung kundtun, aber vor allem Erfahrungen teilen, zu Themen, die alle psychische Krankheiten betrafen bzw. das Thema „Verrücktheit“. Es ging beispielsweise um Suizid, um die Frage, ob man Terroristen als bloße Verbrecher oder als „Verrückte“ einstufen würde, oder ob psychische Krankheiten von Eltern Einfluss auf deren Kinder haben.

Darauffolgend wurden uns allerlei verschiedene psychische Krankheiten anhand von Promis wie z.B. Amy Winehouse, Marilyn Monroe oder Michael Jackson vorgestellt.

Im Anschluss daran behandelten wir eine fiktive Geschichte, in der viele verschiedene Ereignisse zur Depression eines Mädchens namens Anna führen. Die Frage war zuerst, was eigentlich mit Anna los sei und nach kurzem Austauschen kamen wir alle zu dem Schluss, dass alle Symptome auf Depressionen hinweisen. Wir besprachen in Kleingruppen, was man als verschiedene Personengruppen, die mit ihr Kontakt haben, machen könnte, um ihr wirklich zu helfen, vor allem, nachdem das Mädchen nach einem Klinikaufenthalt wieder zurück in die Schule kommt.

Zu guter Letzt hatten wir noch die Möglichkeit, den beiden Begleitern, zwei an Depressionen Erkrankten, Fragen zu ihrer Krankheit zu stellen. Was sie tun, um möglichst gut mit der Krankheit zu leben, was sie in schlechten Phasen tun, durch was die Krankheit verursacht wurde, durch was die Krankheit festgestellt wurde und vieles mehr…

Wir alle hatten durch diese Veranstaltung die Möglichkeit, eine etwas bessere Vorstellung von Depressionen zu bekommen. Die Gruppe „Verrückt, na und?“ brachte einem diese Krankheit näher, aber sie zeigte auch, dass man trotz Depressionen am normalen Leben teilnehmen kann, unter der Voraussetzung, dass man sich Hilfe holt oder annimmt. Das ist nicht immer so einfach, weil die Mitmenschen einen oft als „nicht normal“ einstufen, man sich vielleicht auch schämt anders zu sein und sich nicht eingesteht, dass man krank ist, aber eben nicht nach außen sichtbar. Diese Hilfe kann durch psychologische Betreuung und/oder Medikamente erfolgen und dadurch ein weitestgehend normales Leben ermöglichen, vor allem aber auch dadurch, dass man sich zu seiner Erkrankung bekennt: Es ist wichtig, dass diese Krankheiten eben kein Tabu sind und man darüber spricht und man als Betroffener auch offen damit umgehen kann.

Deswegen auch: „Verrückt, na und?“

Amelie Ernst (10b)

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