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Schule ohne Rassismus

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Das Otto-Hahn-Gymnasium Böblingen veranstaltete Projekttage zum Thema Rassismus und Diskriminierung und will damit Teil des Schulnetzwerkes „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ werden.

 

Am Montag der letzten Schulwoche präsentierte die Schülerschaft die Ergebnisse ihrer Projektarbeit im Schulhaus: Wie das ist, wenn man aufgrund seines Andersseins auffällt, hatten einige Fünftklässler versucht, am eigenen Leib nachzuvollziehen: Sie bemalten sich Unterarme und Handrücken mit blauer Farbe, beobachteten einen Tag lang, wie andere Menschen auf diese Andersartigkeit reagieren und berichteten nun ihren Mitschülern: „In der Bahn haben mich die Leute immer ganz komisch angestarrt, das wurde mir dann unangenehm. Dafür hatte ich dann einen Vierersitz für mich, niemand wollte sich zu mir setzen“, erzählt Daniel aus der 5a von seinen Erfahrungen. Sein Klassenkamerad Niclas überlegt, was er aus diesem Selbstversuch gelernt hat: „wahrscheinlich, dass ich niemanden, der anders aussieht, so anstarren will, wie ich angestarrt worden bin“.

 

Auf andere Art fantasievoll hat sich die Theaterklasse 6d mit dem Thema beschäftigt: In einem selbst entwickelten Stück gehen sie vor zahlreichen Zuschauern der Frage nach, ob das Zusammenleben von Blaulingen, Rotlingen und Gelblingen, also Menschen unterschiedlicher Herkunft gelingen kann. "Kann eine bunte Welt funktionieren?“, fragen die Schüler in den Theaterraum. Und geben ihre Antwort: „Einfach wird es sicherlich nicht. Aber Vielfalt ist eine Bereicherung für alle Bewohner dieses Planeten. Es lohnt sich, an den Regeln einer freien, gerechten, toleranten und bunten Welt zu arbeiten.“

 

Vielfältig waren die Themen, mit denen sich die Schüler beschäftigt haben: Während einige Klassen die vielfältigen kulturellen und religiösen Hintergünde der Schülerinnen und Schüler darstellten und so für mehr gegenseitiges Verständnis warben, unternahmen andere den Versuch das Phänomen Rassismus durch Umfragen auf der Straße zu erkunden. Projekte zum Thema Rassismus im Sport und in der Werbung waren ebenso vertreten wie die Untersuchung des so genannten „Klassismus“, also die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft.

 

Schulleiterin Stefanie Bermanseder freut sich sehr, „dass sich unsere Schulgemeinschaft dieses aktuellen Themas angenommen hat.“ „Deutschland als multikulturelle Gesellschaft, die Integration von Flüchtlingen oder ganz aktuell der Fall Özil“ – das Thema sei aktueller denn je, findet sie: „Wir sind alle jeden Tag aufgefordert dazu eine Meinung zu haben und Haltung zu zeigen.“ Im geschützten Bereich der Schule ist das für uns alle kein Problem“, erklärt Bermanseder, „aber wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler ja getreu unserem Leitbild für das Leben vorbereiten“.

 

Ganz unumstritten war das Projekt an der Schule nicht, aber es hat gerade dadurch einige Denkprozesse ausgelöst. Simon, Schüler der 11. Klasse berichtete von Einwänden aus der Schülerschaft, dass man doch gar keinen Rassismus an der Schule habe, wieso solle man sich mit dem Thema beschäftigen. Simon bestätigt, dass das OHG „eine weltoffene, vielfältige und moderne Schule sei“, dass man aber mit dem Projekt genau an diesen Zustand anknüpfen wolle. „Das Projekt ist nicht als trockene Moralpredigt von Autoritätspersonen gedacht, was wir besser machen sollen, sondern soll uns Schülern die Möglichkeit geben, uns selbstständig mit einem Abschnitt eines aktuellen und interessanten Themengebietes zu befassen, das wie jeder weiß, der im Geschichte-Unterricht der achten Klasse aufgepasst hat, auch in unserem Land wichtig ist und bei aktuellen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, die uns alle betreffen, eine wichtige Rolle spielt.“

 

Die Beschäftigung mit diesen Themen trug dazu bei, dass am Ende der Projekttage mehr als die vom Netzwerk geforderten 70% der Schüler und Lehrer eine Selbstverpflichtung unterschrieben, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und sich regelmäßig an der Schule mit dem Thema zu beschäftigen. Andreas Uhl, Lehrer und Hauptinitiator erläutert, dass der Titel „Schule ohne Rassismus“ allerdings kein Preis für bereits geleistete Arbeit sei, sondern vor allem für die Zukunft in einer Zeit, in der das Thema von Neuem aktuell werde, signalisiere: „Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und ein Stück weit in der Gesellschaft“.

 

Signalwirkung ging jedenfalls vom Abschluss der Projekttage aus, als die rund 500 Schülerinnen und Schüler sich auf dem Sportplatz zu den Buchstaben SOR für „Schule ohne Rassismus“ aufstellten und dann aus dieser Formation Luftballons aufsteigen ließen, die Postkarten mit Infos über das Engagement der Schule in die Ferne trugen.

 

"Schule ohne Rassismus" ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland. Es setzt sich parteiunabhängig für Menschenrechte ein. Ihm gehören über 2.700 Schulen an, die von rund eineinhalb Millionen Schülern besucht werden. Unterstützt werden die Schüler dabei von mehr als 70 Koordinierungsstellen und 350 außerschulischen Kooperationspartnern. (Sk)

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