Jugend debattiert class of 2022

200.000 Teilnehmer deutschlandweit, 64 Debattanten im Bundeswettbewerb, 16 Bundesländer, 12 Minuten freie Aussprache, 8 Minuten Eröffnungsrunde, 4 Debattanten pro Debatte und 2 Seiten, für die es Position zu ergreifen gilt. So lässt sich wohl der Bundeswettbewerb von Jugend debattiert 2022 zusammenfassen.

Die Landessieger aller 16 deutschen Bundesländer haben sich in Berlin vom 16. bis zum 19. Juni in Berlin zum diesjährigen Bundeswettbewerb des deutschlandweiten Wettbewerbs zur Förderung der Demokratie und Streitkultur unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten getroffen.

Der Wettbewerb setzte sich aus der Bundesqualifikation und den anschließenden K.O.-Runden zusammen. In der Bundesqualifikation wurde die Frage, ob nur Präparate, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist, als Medikamente zugelassen werden dürfen. In der Debatte, in der ich Florian Stupp aus der Jahrgangsstufe 2 die Position Contra 2 vertrat, stritten wir über eine Änderung des Arzneimittelgesetzes durch die Streichung einer Ausnahmeregelung für alternative Therapieansätze wie z.B. Homöopathie und debattierten die Frage, welche Anforderungen wir an den Medikamentenbegriff in Deutschland stellen, ist es die Sicherheit des Produktes oder verschreiben wir uns der Wirksamkeit. In der zweiten Debatte der Bundesqualifikation ging es um die Einführung eines staatlichen Grunderbes, wo ich die Position Pro 1 übernahm. Ich betonte im Grunderbe eine Möglichkeit zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit zu sehen sowie die Möglichkeit, dass das Elternhaus nicht mehr über den Lebenslauf junger Menschen entscheidet. Nach zwei spannenden Debatten, die beide am Freitag, den 17. Juni in einem Hotel in Berlin stattfanden, galt es gespannt auf die Rangfolge nach der Bundesqualifikation zu warten, die am Abend bekannt gegeben wurde.

In beiden Debatten der Bundesqualifikation fand die Bewertung über ein Punktesystem statt, wobei die 8 Debattanten mit den meisten Punkten aus den beiden Debatten sich für das anschließende Halbfinale im k. o.-System qualifizierten. Als 2. Platzierter der Bundesqualifikation mit den zweitmeisten Punkten aus den Debatten konnte ich mich für das Halbfinale qualifizieren. In der Halbfinaldebatte zum Thema, ob Importe von Waren aus Ländern, die massive Menschenrechtsverletzungen begehen, verboten werden sollen, debattierte ich auf der Position Contra 2 und sprach mich somit gegen ein solches Verbot aus. In der Debatte betonte ich die langfristigen negativen Konsequenzen solcher Importverbote für die Menschen in den betroffenen Ländern, unsere Wirtschaft, aber auch die Vertrauensbasis im Multilateralismus als Grundlage für Diplomatie. Die Debatte beleuchtete im Verlauf zahlreiche spannende und vielfältige Aspekte des Themas und es hat großen Spaß gemacht, die Halbfinaldebatte gestalten zu dürfen. Nach dem Urteil der Jury stand allerdings fest, dass es leider nicht für die Teilnahme am Bundesfinale reicht.

Als Teilnehmer im Halbfinale und somit Teil der bundesweit 8 besten Debattanten des Jahres 2022 erhalten sowohl Halbfinalisten als auch Finalisten dieselben Preise. Dies ist die Aufnahme in den Alumni Verein von Jugend debattiert, Aufnahme in das Alumniprogramm der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung sowie die Teilnahme an einer Akademiewoche mit den Trainern von Jugend debattiert im Sommer.

Der Bundeswettbewerb als Saisonabschluss der diesjährigen Debattiersaison war eine außergewöhnliche Erfahrung und ein gelungener Abschluss meiner Zeit als Teilnehmer am Wettbewerb Jugend debattiert und der Beginn der Zeit als Alumni des Wettbewerbes, auf die ich voller Vorfreude blicke. Die gemeinsame Zeit in einmaliger Atmosphäre hat dabei zahlreiche gute Freundschaften entstehen lassen.

Florian Stupp (J2)