Frankreichaustausch 2011



Bonjour, dies sind einige meiner Eindrücke des Schüleraustausches nach Baugé, 2011; zuallererst ist zu sagen, dass alle Teilnehmer eine wunderschöne Zeit hatten (zumindest behauptete das der „Großteil“…) und der Abschied war mehr als schmerzhaft. Mehr als einige wären sicher gerne länger geblieben als nur eine Woche. Und das alles begann am 12. April um ca. 6:30 Uhr – am Stuttgarter Hauptbahnhof am Gleis 8. Dort sollten wir nämlich um 6:54 in den TGV nach Paris steigen. Und gleich in letzterer Metropole angekommen, tröpfelten schon die fremden Eindrücke auf uns ein; so werden Métros als Rap-Konzerthallen benutzt (allerdings teils sehr siffige.); Straßenmusiker oder eher U-Bahnhofmusiker spielen E-Gitarre. In Baugé angekommen, bekam man seinen Corres zu sehen und freute sich auf die Woche – oder fragte sich, wie man das überleben sollte – oder auch beides.

Viel Spaß beim Lesen, Camilla Bozejewicz.

 

Am Mittwoch nach der Ankunft („Na, wie war eure erste Nacht?“ ;)) wurden wir erstmal durch Baugé geführt… Es beeindruckte uns durch seine etwas altmodische Schönheit. Die zum Teil angebröckelten Mauern wurden mit dicken Blumenpuscheln und / oder hübschen Türen und Fenstern geschmückt.
Nun,  bei der morgendlichen Kälte waren wir aber froh, in das warme Haus gehen zu können, in dem wir das regional berühmt-berüchtigte Spiel „Boules de fort“ kennenlernen sollten.  Es ist ganz ähnlich wie das bekannte Boule, nur anders. Bowling-Fans dürften eher weniger begeistert sein. Ca. 2 Stunden später besuchten wir das Hôtel-Dieu de Baugé und die Apothicairerie, ein ehemaliges Krankenhaus und eine alte Apotheke. Diese existierten seit dem 17. Jahrhundert… Nein, Schluss mit Geschichte. In der Apotheke sollen zum Teil noch Stoffe wie trockene Pflanzen aus dem 17. Jahrhundert sein. Gesundheit und Ironie J ! Aber neben pflanzlichen Stoffen wurden auch Steine oder tierische Bestandteile (z.B. Horn ) verwendet.
Die Betten im Krankensaal waren seltsam klein. Grund: die liegende Position erinnert an Leichen, und so sollte man in einer Art sitzenden Position schlafen. Was einen nicht an gutem Schlaf hindern kann!

Nach einem Picknick vor der Schule fuhren wir nach Rochemenier, um dort ein Höhlendorf zu besuchen. Unsere Führung sprach gut und fließend Deutsch (wenn auch seeehr (!!) belustigend) und erklärte uns das Leben der Troglodyten in ihren unterirdischen Bauernhöfen. Naja, uns wurde nur ein kleiner Teil des Dorfes gezeigt: Den Rest sollten wir nämlich selbst „erforschen“. Das wurde dann Rallye genannt… und einer unserer lieben Mitschüler und Austausch-Teilnehmer hat jetzt einen neuen, sehr „stylischen“ Nickname. Das arme Opfer hat eine glatte EINS J

 Den Abschluss bildete Moulin de Sarré, wo wir „Fouée“, eine regionale Brotspezialität, kosten durften. So ging dann unser Mittwoch rauchig, oder besser gesagt, rußig zu Ende. Aber dennoch schmackhaft.

Am Donnerstag sollten wir einen Tag lang einen französischen Schultag miterleben. Es gab ein Handballturnier, an dem fast alle Spaß hatten, und dann gab es Unterricht.Wir sollten die Unterschiede der deutschen und französischen Schulen aufschreiben und auch den Unterricht in anderen Klassen sehen. In kleine Grüppchen unterteilt, wurden manche einfach mal in den Matheunterricht der 5., also hierzulande 7. Klasse, gesteckt. Man wundert sich immer noch, ob man nur zu dumm ist oder das wirklich an der anderen Sprache lag, dass man nicht viel verstanden hat von den Aufgaben. Die Unterschiede sind unter anderem die Noten, die nicht von 1-6 gehen, sondern von 0 – 20 Punkten. Es gibt „Surveillants“, die die Schulhöfe bewachen, jeden Tag außer Mittwoch Nachmittagsunterricht und Whiteboards. Die Strafen sind auch ähnlich. Im Deutschunterricht mit den 3-Klässlern, also 9.-Klässlern in Deutschland, war die Gruppe, in dem der Autor dieses unnötigen Textes war, ein wenig schockiert – wir wurden tatsächlich gefragt, was wir für Kraftwörter aus dem Französischen kannten. Eine lockere Stunde mit viel Gelächter auf Deutsch-Französisch ging vorüber. (Ich zitiere: „Oh Fabien, du bist so ein Arschkriecher.“) Der Kracher war a ber das Kantinenessen… aber da sage ich mal nicht viel dazu. (Hust.) Unser dritter Tag war schon mal ganz gut. Auch wenn es bei einigen Kommunikationsstörungen gab.

Freitag  fuhren wir mit den Franzosen zusammen nach Nantes. Wir bekamen eine Stadtführung, auch eine Kathedrale bekamen wir zu sehen. Später dann wurden wir per Audio-Guide durch das Château des Ducs de Bretagne gelotst. Danach waren wir erstmal müde, aber immerhin hatten wir dann eine viel zu kurze Stunde Freizeit. Um 16 Uhr besuchten wir das Museum „Machines de l’île“, dessen Hauptattraktion ein riesiger Elefant ist, der die Besucher im Kreis rumfährt. Womit man Menschen doch beeindrucken kann!

Die französische Führung klang ehrlich gesagt eher nach Anschreien. Immerhin gab es da Sachen zur Publikumsbelustigung, die an Mobbing grenzen… wie zum Beispiel Segelboote, die einen nass spritzten. Die Regencapes waren gar nicht so unangebracht. Aber auch sonst musste man pedalieren oder an Hebeln ziehen, kam auf das Gerät an. Nach der Ankunft in Baugé waren wir natürlich alle geschafft *gäähn* .

Das Wochenende verbrachten wir in mehr oder weniger großen, deutsch-französisch gemischten Gruppen. Da gab es Shopping, See oder Meer… oder auch Schwimmbad. Manchmal gab‘s auch Besuch von den Familien.

Nun brach unser letzter Tag an und wir fuhren nach Angers und wurden erstmal durch die Altstadt und das Schloss geführt- mit Führung schwäbischer Herkunft J. Davor durften wir uns in der Boutique austoben J. Nach der Führung hatten wir 3 Stunden Freizeit zum Shoppen und Ähnlichen. Um 18 Uhr waren wir schon an der Schule und die Gastfamilien kamen, um sich beim Apéritif d’adieu auf den nahen Abschied vorzubereiten. Auch die etwas peinlichen Fotos wurden projiziert… sehr belustigend für die, die nicht auf dem Bild waren. Die Stunden danach brachten eine Stimmung, die an Weltuntergangsstimmung grenzte (oder auch das Gegenteil. Falls es Leute gab, denen es nicht gefiel).

Und es kam, wie es kommen musste… 19.04., Rückfahrt, Abschied. Noch heute gibt es Gedanken wie „Ich trampe nach Frankreich“, „Ich gehe nach Frankreich“ etc., und auch den Franzosen fehlen wir sehr. Und das alles begann am 12. April um ca. 6:30 Uhr – am Stuttgarter Hauptbahnhof am Gleis 8…

Au revoir, les Français!  Ich bedanke mich hiermit im Namen der Austauschgruppe bei Frau Ludwig und Frau Wampula, die mit uns nach Frankreich gefahren sind, bei den französischen Lehrern, all unseren Führungen  und den Gastfamilien, die uns für eine Woche aufgenommen haben.

Camilla Bozejewicz


Frankreichaustausch 2010



Mittwoch, den 17.03.10 um ca. 12:30 Stuttgarter Hauptbahnhof Gleis 9. Hier treten 21 Schüler/innen der Klassenstufen 8 und 9 des Otto-Hahn-Gymnasiums Böblingen mit ihren Begleitlehrerinnen Kathrin Wampula und Carolin Ludwig ihre Reise nach Frankreich in die kleine Stadt Baugé in der Nähe von Angers im Loiretal an.

Nach knappen 4 Stunden Zugfahrt mit dem TGV nach Paris und nach einer weiteren Stunde mit dem Zug waren wir in Angers. Dort wurden wir von der französischen Begleitlehrerin Claire Beaussier sehr freundlich begrüßt und haben mit ihr unsere letzte Etappe der Reise mit dem Bus angetreten. Letztendlich war es ca. 21 Uhr, als wir in Baugé ankamen und dort herzlichst von unseren Austauschfamilien empfangen wurden. Es war ein lang ersehntes Wiedersehen, seitdem die französischen Austauschschüler vergangenen Herbst nach Böblingen gekommen waren. Wir waren aber nicht die einzigsten Schüler, die an diesem Tag in Baugé ankamen: zur gleichen Zeit wie wir Deutschen waren auch noch spanische und englische Austauschpartner am Collège Chateaucoin. Somit stand die Begegnung in einem europäischen Kontext. So haben wir z.B. einige gemeinsame Ausflüge mit den Spaniern unternommen und an einem Sportturnier mit den 4 Nationalitäten teilgenommen.

Bei den Ausflügen haben wir viele Schlösser und Kathedralen der Umgebung besichtigt, haben Stadtbummel in Tours, Angers und Nantes gemacht und Museen besichtigt, wie zum Beispiel das „Ile de Nantes“. An den Wochenenden war die Gestaltung den Familien überlassen; so wurden viele verschiedene Aktivitäten wie Bowling, Schwimmen, Freizeitparks, Tierparks, usw. unternommen.

Da die französischen Austauschpartner alle sehr nett und offen waren, wurden viele Freundschaften geschlossen, die auch jetzt nach der tränenreichen Abreise am 25.03.10 in Baugé noch über PC und Telefon gepflegt werden. Alles in allem war es ein sehr gelungener Austausch, der nicht zuletzt der guten Planung der deutschen und französischen Lehrer zu verdanken ist.

Steffi Wörn und Sonja Harr, 9b