Mobbing im Film – Arbeit führt zum Erfolg
Das große Dilemma zum Thema „Faulheit und Besessenheit zum Computer bei Kindern und Jugendlichen“ ist zurzeit ein angesagtes Thema. Nun hat eine Gruppe Teenager etwas dagegen unternommen: Insgesamt zwölf 13- und 14-jährige (neun Jungs und drei Mädchen) haben an einem landesweiten Präventionswettbewerb des Einzelhandelsverbandes Baden-Württemberg teilgenommen, der in Kooperation mit dem Kultusministerium, Innenministerium, Städte- und Gemeindetag sowie der Polizei Baden-Württemberg gearbeitet hat. Bei diesem musste ein von Schülern erstellter Film zum Thema „Mobbing + Weggeschaut = Mitgemacht“ gedreht werden. Sie haben dabei viel Arbeit hineingesteckt: Fast 15 Stunden Dreh, 50 Stunden Video-Bearbeitung, ein Videotraining mit neun Stunden Länge und eine zweistündige Fortbildung beim Kreismedienzentrum in Böblingen zum Thema „Filmschnitt“ haben die Schüler ertragen. Und es hat sich gelohnt: Als Preis winkt ihnen ein ganzer Tag im Europapark. Zu betonen ist aber auch, dass die Gruppe unter den ersten 10 von etwa 100 Projektteilnehmern ist und der Film in der Rangliste vorne dran ist. Am 15. Juli 2010 wird das Projektteam den Innenminister Rech höchst persönlich kennen lernen und von ihm den Preis verliehen bekommen, die prämierten Projekte besichtigen und einen Tag vom Unterricht befreit werden. Durch das Projekt haben sich die Schüler näher mit dem oft verschwiegenen, aber doch immer wieder aktuellen Thema „Mobbing“ befasst und einige Facetten des Mobbings aufgedeckt und sich intervenierende Schritte überlegt. So wurden sie für das Thema sensibilisiert und waren bereit möglichen Opfern Lösungswege für den eigenen Schutz aufzuzeigen. Um die Vielseitigkeit des Problemthemas zu erfassen, hat sich das Team mit (non-) verbalen destruktiven Verhaltensmustern sowie auch mit physischen Handlungen befasst, die entweder über den direkten Kontakt (Schlägerei/Drohung mit einem Baseballschläger) oder über elektronische Kommunikationsmittel („Cyber-Mobbing“) den Betroffenen erreichen und psychisch verletzen.
Da diese Gruppe schon ein halbes Jahr zuvor (damals bestand sie lediglich aus fünf Schülern) ein Video gedreht hatte, ging sie mit Grunderfahrungen an das Thema „Film“ heran und konnte dadurch viele Fehler vermeiden. Aus dem Rohmaterial schnitten die Schüler einen knapp zehn minütigen Film zusammen ohne einen wesentlichen Punkt auszulassen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen: die Freunde und die Verwandtschaft sind begeistert; doch das Wichtigste ist, dass es ihnen Spaß machte. Dabei hatten sie einen Vorteil: die Gruppe bestand aus vielen verschiedenen Schülern. Die einen konnten gut ihre Führungskraft zum Ausdruck bringen, andere haben eine sehr ruhige Hand und viele konnten mit ihrer Gestaltungsfantasie ihre persönliche Note hinzufügen, dabei ist auch ihre schauspielerische Qualität nicht zu verachten. Doch ganz ohne Hilfe von Erwachsenen ging es dann doch nicht: zwei – hilfsbereite – Lehrerinnen (Medine Ipek und Esther Heiermeier) standen den Schülern beiseite und gaben ihnen noch Rat, was sie aus Ihrer Sicht verbessern könnten. Das ist ein Beispiel dafür, dass oft durch viel Arbeit der Erfolg nicht ausbleibt.
Niklas Knezević, Kl. 8 b