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STUDIENFAHRT DER KLASSENSTUFE 12 IM SCHULJAHR 2009/2010 „ITALY-TOUR“:
Rom, Sorrent, Florenz – in gefühlten zwei Tagen
Wie gestern, so kam es einem am Morgen der Rückfahrt aus Florenz nach Böblingen vor, wie gestern, als man sich auf der Wendeplatte am OHG getroffen und die Studienfahrt Richtung Italien angetreten hatte. Kein Wunder, denn war doch in der Woche vom Samstag, den 15. Mai, bis zum folgenden Freitag, den 21., Vieles passiert und erlebt worden.
Nachdem sich alle 71 Teilnehmer, stammend aus der Klassenstufe 12 des OHGs, Gästen aus einem Gymnasium aus Weil der Stadt und den betreuenden Lehrern Frau Böhler, Frau Baiker (Weil der Stadt), Herr Gfesser und Herr Schmitter, vor dem Bus eingefunden hatten und das erste Gruppenbild bereits geschossen war, ging es dann auch wirklich los mit der Nachtfahrt nach Rom. 16 Stunden sollte diese dauern und war, wie vorher angenommen, weniger von Schlaf als von Vorfreude und bereits grandioser Stimmung geprägt, was sich am folgenden Tag auch zeigen sollte.
Denn um 8 Uhr in Rom am Hotel in der Innenstadt angekommen, stand eine gründlichste Stadtbesichtung auf dem Programm und die italienische Hauptstadt zeigte bei schönstem Wetter, was sie zu bieten hatte: Von Fontana di Trevi führte der Weg über die Spanische Treppe, welche nachts als Treffpunkt für Schulklassen aus dem Raume Stuttgart dient und deshalb besonders in Augenschein genommen wurde, hin zum Petersdom mit entsprechendem kirchlichen Appell des Papstes. Nach dem päpstlichen Segen zogen wir weiter an der Engelsburg vorbei bis hin zum Capitol und schließlich – in recht mitgenommenem Zustand – zum wahrlich imposanten Colosseum, um nur einen Teil der besuchten Sehenswürdigkeiten aufzuzählen.
Aus dem Becher des römischen Nachtlebens wurde nach dem gemeinsamen Abendessen auch reichlich getrunken, sodass trotz leichter Erschöpfung jeder seinen Spaß hatte und sich die erste von den fünf Nächten auf italienischem Boden zu einem gelungenen Anfang entwickeln konnte.
Am Montag sollte noch der Besuch der Vatikanischen Museen und einiger „kleinerer“ Kirchen erfolgen, um dann gegen 16 Uhr nach Sorrent (unser zweites Ziel) weiterzufahren. Es hätte ein – für eine Studienfahrt – ganz normaler Tag und später eine normale Nacht werden können … doch dann der Einschnitt: Unser Bus wurde, während die Gruppe in der Sixtinischen Kapelle kunstbeflissen die Fresken Michelangelos bewunderte und unser Busfahrer Eduard noch kurz ein paar Einkäufe tätigte, aufgebrochen und dem Großteil von uns der Rucksack samt Inhalt geklaut. Die Polizei wurde verständigt und der kurzerhand als Dolmetscher eingesetzte Antonio musste vermitteln. Dementsprechend verspätet war die Anreise in Klein Wien, unserem Hotel in Sorrent mit dem unergründlichen Namen.
Von Sorrent aus waren Tagesausflüge geplant. Am ersten Tag wollten wir, ohne Böses zu ahnen, nach Neapel hineinfahren, was sich jedoch aufgrund des Berufsverkehres als unterschätztes Unterfangen herausstellte und uns erhebliche Zeit kostete, weshalb die Stadtbesichtung ein Minimum zusammenschrumpfte. Anstatt dessen führte der Weg hoch auf den Hausberg Neapels, von dem aus man eine wunderschöne Sicht auf die Stadt und ihren Hafen genießen konnte. Anschließend war am frühen Nachmittag eine Führung durch das weltberühmte Pompeji reserviert und die Gruppe begab sich auf die Spuren der alten Römer. Interessant waren die antiken und gleichsam schon modernen gebäudetechnischen Einrichtungen, die Rückschlüsse auf das damalige Leben und die ins Auge stechenden Symbole und Kunstwerke. Unterstützt wurde dies noch einmal durch unsere lockere Führerin, die es wusste, altersentsprechende Schwerpunkte zu setzen.
Der nächste Tag sollte nicht weniger informativ werden; der in der ganzen Welt hoch geschätzte Mozarella wurde in Augenschein genommen. Zuerst stand der Besuch der Büffel-Farm an, danach wurden wir über die Weiterverarbeitung informiert und zu guter Letzt durften wir das Produkt verspeisen. Das Mittagessen im „La Morella“ bestand nämlich aus Variationen dieser regionalen Spezialität, nach Verhandlungen mit fünf Gängen an der Zahl. Dementsprechend gestärkt kam die Gruppe am Strand an, wo natürlich die Möglichkeit bestand, baden zu gehen. Nach dieser Erholung sollte eigentlich noch der dritte Programmpunkt abgearbeitet werden: die drei großen, in Paestum stehenden griechischen Tempel, welche vor 2500 Jahren von einer Vielzahl an Knechten erbaut worden waren. Jedoch legten die dortigen italienischen Zuständigen die im Reiseführer angegebene Schließungszeit von „einer Stunde vor Sonnenuntergang“ anders aus als Herr Gfesser, weshalb uns der Zutritt verwährt blieb. Eine Begutachtung aus der Ferne musste reichen.
Die Lage unseres Hotels „Klein Wien“ hatte erhebliche Vorteile, denn ein knapp 10 minütiger Weg, der in jeder nur erdenklichen Situation gut wiederzufinden war, führte zu einem kleinen Strand mit angrenzendem Hafen. Optimal bei dem dauerhaft herrlichen Wetter und optimal für jemanden, der etwas zu feiern hatte. Unser Basti wurde 18 und wird diesen Geburtstag wohl nicht so schnell wieder vergessen. Generell war die Stimmung am absoluten Limit und wurde durch Gemeinschaftsgefühl, Musikimprovisationen, Grillen und allerlei weitere Faktoren immer wieder oben gehalten.
Der letzte Studienfahrttag hatte Florenz zum Ziel. Nach Bezug der Hotels (die Gruppe musste aufgrund von Hotelkapazitäten aufgeteilt werden) neben einem einladenden Park ging es zum gemeinschaftlichen Essen und anschließender Stadtbesichtigung, Florenz bei Nacht. Die Italienfahrt fand hier, wieder vereinigt mit den „Römern“, die nicht mit nach Sorrent gekommen waren, sondern in Rom verweilten, ihren gelungenen Abschluss. Eine wunderschöne Woche sollte am nächsten Tag leider auch schon wieder zu Ende gehen. Nach der eher ruhig verlaufenden Rückfahrt, bei der man die Intensität der letzten Tage nicht übersehen konnte, durften (oder mussten) wir gegen 19:30 Uhr am Freitagabend wieder Böblinger Luft konsumieren.
Gerne hätte unsere Studienfahrt noch länger dauern können, doch eins ist ganz sicher; sie war ein voller Erfolg, jeder würde wieder mitfahren und es kann jedem nur ganz warm ans Herz gelegt werden, Herrn Gfesser, Herrn Schmitter und Frau Böhler auch die kommenden Jahre wieder zu begleiten. Für uns ein klares „Bella Italia“!!!
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